Haltungssätze
Aus Haltung wird Halt
Liebe Leserinnen und Leser,
dieser Grundsatz ist für uns nicht nur ein Leitspruch, er ist das Fundament unseres Herzensanliegens in der Hospizarbeit. Er spiegelt unser tiefes Verständnis wider, dass das Ende des Lebens und die damit verbundene Trauer ein natürlicher Teil des Menschseins sind, die Würde, Achtsamkeit und Raum verdienen. Dabei sehen wir uns als Teil der weltweiten Hospizbewegung und stehen als Mitglied fest hinter den Leitlinien des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes.
In einem intensiven internen Prozess haben wir unsere Art der Begleitung in grundlegenden Haltungssätzen verankert. Gemeinsam mit unseren ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierten haben wir erarbeitet, was uns im Kern leitet. Diese Sätze dienen uns als moralischer Kompass und als praktischer Leitfaden für die Begleitung von schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen jeden Alters – ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene.
Unsere Haltung ist von der Überzeugung geprägt, dass wir da sind, ohne uns aufzudrängen. Wir begegnen jedem Menschen achtsam, wertschätzend und auf Augenhöhe, stets die Einzigartigkeit der jeweiligen Lebensgeschichte im Blick. Dabei nehmen wir uns bewusst zurück, lassen uns berühren und schenken Raum für das, was sich zeigen mag – in Worten, in der Stille und in der emotionalen Zerbrechlichkeit des Lebens.
Unser Wirken ist lebensbejahend. Wir verstehen das Leben als einmaliges Geschenk und das Sterben als einen natürlichen Prozess, der dazugehört. Es ist unser Ziel, durch Präsenz und Einfühlsamkeit Halt und Zuversicht zu schenken. Gleichzeitig sind wir uns unserer Grenzen bewusst und achten sensibel auf die Bedürfnisse der Menschen, die wir begleiten.
Diese Haltungssätze sind das Herzstück unserer Arbeit. Sie leiten uns an, unser Team zu stärken, unsere hospizliche Begleitung zu gestalten und eine Kultur der Menschlichkeit zu fördern. Wir laden Sie ein, unsere Werte kennenzulernen – als Ausdruck einer zutiefst menschlichen und bedeutsamen Aufgabe.
Ihr
Hardy Sauer Geschäftsführer
Wir sind da – für Menschen im Leben, Sterben, Tod und in Trauer
Wir sind qualifizierte Wegbegleiter*innen für Menschen jeden Alters – vom Kind bis zum Erwachsenen. Dabei drängen wir uns nie auf: Wir kommen, wenn wir angefragt werden, und wir gehen, wenn wir nicht mehr gebraucht werden. Wir ersetzen keine Pflegekräfte, Ärzte oder Seelsorger, ergänzen diese als menschliche Begleitung für Sie und Ihre Angehörigen. Jede*r kann uns anfragen – unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensweise. Wir begegnen jedem Menschen mit Offenheit, lehnen jedoch Extremismus ab. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass jeder Moment des Lebens wertvoll ist. Wir sind da, um Halt zu geben, nicht um zu urteilen.
Wir begegnen einander – achtsam und wertschätzend
Unsere Begegnungen finden auf Augen- und Herzhöhe statt. Wir hören zu, nehmen Anteil und lassen uns von Ihrer einzigartigen Lebensgeschichte berühren. In unserer Begleitung verstehen wir uns als Partner auf einem schweren Lebensabschnitt: Wir sind verlässlich an Ihrer Seite, nehmen uns selbst zurück und halten auch die schweren Momente gemeinsam mit Ihnen aus. Ob im Gespräch oder im Schweigen – wir sind für Sie da.
Wir nehmen andere und uns wahr – in der Zerbrechlichkeit des Lebens
Wir wissen aus Erlebtem, dass das Leben brüchig sein kann – das kennen wir auch von uns selbst. Deshalb begegnen wir Ihnen unvoreingenommen und authentisch. Bei uns darf alles sein: Ängste, Hoffnungen und Fragen. Wir versuchen nicht, Sie zu ändern, sondern nehmen Sie und Ihre Situation so an, wie sie ist. Wir achten auf Ihre Grenzen genauso wie auf unsere eigenen, um Ihnen mit voller Aufmerksamkeit und ehrlichem Mitgefühl begegnen zu können.
Wir geben Raum – und lassen uns vom Mensch-Sein berühren
Wir schaffen einen Ort für das, was im Alltag oft keinen Raum findet: für das Unaussprechliche, für Tränen, für Stille und für tiefe Gefühle und insbesondere für unbeschwerte Zeit bei/mit Kindern und Jugendlichen. Wir nehmen uns Zeit für Sie. Dabei scheuen wir uns nicht vor schweren Themen. Wir halten Trauer und Schmerz mit Ihnen aus und bieten Trost – durch Worte, durch bloße Anwesenheit oder, wenn von beiden Seiten gewünscht, durch eine Berührung. Wir lassen uns von Ihrer Situation berühren, reflektieren unsere Eindrücke, um stabil für Sie da bleiben zu können.
Wir begleiten lebensbejahend – im Vertrauen darauf, was ist und werden kann
Für uns ist das Leben ein Geschenk und das Sterben ein natürlicher Teil davon. Wir verschließen die Augen nicht vor Todeswünschen. Wenn Menschen darüber nachdenken, ihr Leben vorzeitig zu beenden (assistierter Suizid), nehmen wir diese Not ernst und bleiben gesprächsbereit. Wir begleiten den Menschen in seiner Verzweiflung, unterstützen jedoch nicht die Handlung eines Suizids. Stattdessen zeigen wir Wege auf, wie Leid gelindert werden und das Leben bis zuletzt lebenswert bleiben kann. Wir vertrauen darauf, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg findet und dass sich das Leben auch im Sterben und im Tod runden wird.
Kontaktieren Sie uns
Wenn Sie sich für diese Arbeit interessieren, mitarbeiten möchten oder Hilfe benötigen, rufen Sie bitte in der Geschäftsstelle (siehe Kontakt) an oder schreiben Sie eine E-Mail an Ökumenische Hospizinitiative Ludwigsburg.
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