Cornelia Knipping beim Auftakt des Jubiläumsjahre und beim Studientag
Festlicher Auftakt des Jubiläumsjahres der Ökumenischen Hospizinitiative
Festlicher Auftakt des Jubiläumsjahres der Ökumenischen Hospizinitiative
Am 6. März 2026 eröffnete die Ökumenische Hospizinitiative Ludwigsburg ihr Jubiläumsjahr mit einem besonderen Vortragsabend. Unter dem Motto „Hospizlich das Leben miteinander und füreinander gestalten bis zuletzt“ feierte die Ökumenische Hospizinitiative 30 Jahre gelebte Begleitung und Mitmenschlichkeit.
Als Referentin sprach Cornelia Knipping, eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschsprachigen Palliative Care. In ihrem Vortrag lenkte sie den Blick auf zentrale Erfahrungen des Menschseins: Krankheit, Alterung, Abschied, Trauer und Sterben. Diese Erfahrungen zeigen unsere grundlegende Verletzlichkeit, die Frau Knipping in vier Aspekten besonders hervorhob:
- Körperlichkeit – wir sind an unseren Körper gebunden
- Angewiesen sein – wir brauchen die Hilfe und Unterstützung anderer
- Endlichkeit – unser Leben ist begrenzt
- Bedürftigkeit – wir sind in vielerlei Hinsicht auf Fürsorge angewiesen
Aus dieser Verletzlichkeit heraus ist weltweit die hospizliche Sorgebewegung entstanden. Palliative Care versteht Frau Knipping nicht nur als medizinische Begleitung am Lebensende, sondern als einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist, Seele, Kultur und das Soziale einbezieht. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch mit seiner Würde und Einzigartigkeit.
Musikalisch wurde der Abend von Angelika Lenter (Sopran) und Fabian Wöhrle (Klavier) begleitet. Werke von Händel, Dvořák, Karg-Elert und Saint-Saëns verliehen dem Abend eine feierliche und berührende Atmosphäre.
Der Auftakt des Jubiläumsjahres machte deutlich: Hospizliches Handeln ist eine Aufgabe, die Generationen überdauert – ein Engagement, das Leben, Verletzlichkeit und Verbundenheit spürbar macht.
Studientag für die ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen und -begleiter im Landkreis
Am 7. März 2026 fand ein weiterer Höhepunkt statt: der Studientag für die ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen und -begleiter im Landkreis. Er stand unter dem Motto „Verletzlich und heilsam miteinander und füreinander im Leben unterwegs sein“.
Auch an diesem Tag knüpfte Cornelia Knipping an die Gedanken des Vortragsabends an und vertiefte sie gemeinsam mit den Teilnehmenden. In Gesprächen und im offenen Austausch entstand ein Raum, in dem die eigene Haltung zur Verletzlichkeit reflektiert und neue Perspektiven für die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen entwickelt werden konnten.
Besonders eindrücklich wurde der Umgang mit menschlicher Verletzlichkeit anhand zweier Geschichten sichtbar: „Der Segen meines Großvaters“ von Rachel Naomi Remen sowie die Begegnung zwischen Fuchs und Prinz aus Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Beide Texte machten spürbar, wie durch das Annehmen von Verletzlichkeit Beziehung, Vertrauen und sogar Heilung wachsen können.
Musikalisch wurde der Studientag von Werken des Komponisten Helge Burggrabe begleitet, die dem Tag eine ruhige, nachklingende Atmosphäre verliehen.
So setzte der Studientag einen eigenen, vertiefenden Akzent: Er bot den Ehrenamtlichen die Möglichkeit, sich mit der eigenen Haltung auseinanderzusetzen und die Gedanken zur Verletzlichkeit im gemeinsamen Austausch weiterzutragen.